Freitag, 20. Februar 2026

Die Vampyrkönigin

Als Robert Scott, junger englischer Adeliger aus gutem Hause, im Sommer des Jahres 1856 seine große Europareise antrat, ahnte er nicht, dass der gefährlichste Abschnitt nicht in den Wirren fremder Reiche, sondern in einem abgelegenen Dorf der Karpaten auf ihn wartete. Wochenlang war er unterwegs gewesen — über die Niederlande, den Deutschen Bund, Wien, Budapest, durch die Moldau und Walachei — bis er schließlich in einem winzigen transylvanischen Bergdorf Halt machte.

Das Dörfchen lag wie ein verlorenes Juwel inmitten schroffer Gipfel. Ein Gasthof bot Unterkunft, und Robert, erschöpft von der Reise, beschloss, ein paar Tage zu bleiben. Doch schon beim Betreten des Gastraums irritierte ihn etwas: Überall hingen Knoblauchstränge, an jeder Wand prangten Kruzifixe. Der Wirt lächelte gequält, als Robert ihn darauf ansprach, und wechselte rasch das Thema.

Beim Abendessen fragte Robert in holprigem Rumänisch nach der Burgruine, die hoch oben über dem Dorf thronte. Doch plötzlich schienen alle Gäste taub zu werden. Niemand verstand ihn — oder wollte ihn verstehen. Erst als er später bezahlen wollte, bestand der Wirt darauf, die Kosten für mehrere Nächte im Voraus zu kassieren. Eine alte Frau bekreuzigte sich, während eine andere ihm wortlos ein kleines Kreuzamulett umhängte.

In dieser Nacht träumte Robert unruhig. Eine Frau in altertümlicher Kleidung schwebte durch dunkle Hallen, ihr Gesicht bleich, ihre Augen wie zwei glühende Rubine. Sie rief seinen Namen. Als er schweißgebadet erwachte, war er überzeugt, dass es nur ein Traum gewesen war.

Am Morgen jedoch, bei strahlendem Sonnenschein, erschien ihm alles wieder harmlos. Die Wirtin wurde kreidebleich, als er ankündigte, zur Burg hinaufzuwandern. Sie warnte ihn eindringlich vor Wetterumschwüngen in den Bergen. Doch Robert, ein erfahrener Reisender, lächelte nur höflich und brach auf.

Der Weg war länger und steiler als erwartet. Die Landschaft war atemberaubend, doch der Pfad wurde immer schmaler, immer gefährlicher. Als die Sonne bereits sank, erreichte er endlich die Ruine. Die Luft war schwül, ein Gewitter zog auf. Die Wirtin hatte recht behalten.

Mit einem Mal brach der Himmel auf. Donner krachte, Blitze zuckten über die zerfallenen Mauern. Robert suchte Schutz und fand einen Eingang, der in die Tiefe führte. Seine Handlaterne war Gold wert. Eine steinerne Treppe führte hinab in eine modrige Gruft.

Der Geruch war widerlich, doch es war trocken. Vielleicht konnte er hier die Nacht verbringen. Als er den Raum ausleuchtete, fuhr ihm ein Schauer über den Rücken: Auf einer Empore stand ein gewaltiger Marmorsarg, reich verziert.

In großen Lettern stand darauf:

„Doamna Chiajna — 1525–1588 Fürstin der Walachei“

„Historisch interessant“, murmelte Robert — da begann Nebel aus einem feinen Riss im Sarg zu quellen. Erst dünn, dann dichter, schließlich leuchtend. Ein fluoreszierender Nebel, wie er ihn noch nie gesehen hatte.

Der Nebel formte sich. Eine Gestalt entstand. Eine Frau.

Eine wunderschöne Frau.

Altmodisch gekleidet, mit einer goldenen Krone im dunklen Haar. Ihre Lippen blutrot, ihr Gesicht bleich wie Marmor.

Mit einer Stimme, die zugleich sanft und hallend war, sprach sie in altmodischem Englisch:

Darf ich mich vorstellen: Ich bin Doamna Chiajna Herrin, Fürstin und Königin der Walachei und große Feindin der Osmanen und Muselmännern. Von den Christen halte ich auch nicht viel!
Du musst Robert aus Engel-Land sein. So blond, so rein. In deinen Adern fließt edles Blut. Lass es mich kosten.“ Dabei schnalzte sie lüstern mit ihrer Zunge.

Robert spürte eine Todesangst, wollte fliehen, doch seine Beine gehorchten ihm nicht. Wie in Trance trat er auf sie zu. Er spürte ihren Busen und ihren Leib. Ihr Körper fühlte sich nicht wie der warme Körper eines „Weibes“ an, er fühlte sich an wie Eis. Ihr Atem roch nach Grab und Verwesung. Lust und Todesangst rangen in ihm.

Sie öffnete seinen Kragen, strich sanft über seinen Hals. Ihre Lippen trennten sich, und zwei spitze, glänzende Zähne kamen zum Vorschein. Ihre Augen begannen rot zu glühen — ein unnatürliches, brennendes Rot.

Plötzlich schoss ein Blitz aus ihren Augen und traf seine Brust. Das Kreuzamulett, das die alte Frau ihm gegeben hatte, glühte auf wie ein Stück geschmolzenes Eisen, seine Brusthaare verbrannten. Die Vampyrkönigin schrie auf, als hätte man sie mit Feuer getroffen, und stieß ihn von sich.

„Du widerlicher Christ! Weiche von mir! Dein Blut ist mir verhasst!“

Robert stürzte zu Boden, rappelte sich hoch und rannte. Er rannte, als würde der Teufel selbst hinter ihm her sein. Der Sturm und der Regen peitschte ihm ins Gesicht, der Pfad war rutschig, und mehrmals wäre er beinahe in den Abgrund gestürzt. Doch nichts war so furchterregend wie die Kreatur, die er hinter sich ließ.

Er erreichte das Dorf erst im Morgengrauen, durchnässt, zitternd, halb wahnsinnig vor Angst. Die Dorfbewohner wussten sofort, was geschehen war. Niemand stellte Fragen.

Und Robert Scott, der junge englische Adelsspross, verließ das Dorf gleich am nächsten Tag — und sprach nie wieder über die Nacht, in der er der Vampyrkönigin begegnet war.

Freitag, 13. Februar 2026

European Son – Lou Reeds rätselhafte Abrechnung mit seinem Mentor

Kaum ein Song der Velvet Underground ist so rätselhaft, roh und emotional aufgeladen wie European Son, der Abschluss ihres legendären Debütalbums The Velvet Underground & Nico von 1967.

Warnung: Der Song ist nichts für empfindliche Ohren 😉

Was auf den ersten Blick wie ein chaotisches Noise‑Experiment wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein hochpersönliches Stück Musikgeschichte – voller versteckter Botschaften, Anspielungen und innerer Konflikte.

Ein Song als Abschiedsbrief

Offiziell ist „European Son“ Delmore Schwartz gewidmet, dem Literaturprofessor, der Lou Reed während seiner Studienzeit stark geprägt hat. Schwartz war ein brillanter, aber tragischer Intellektueller, dessen Werk tief in der europäischen Kultur verwurzelt war. Reed sah sich selbst lange als eine Art „geistigen Sohn“ dieses Mannes.


Doch die Beziehung zerbrach. Schwartz zog sich zurück, wurde misstrauisch, verbittert – und Lou Reed fühlte sich von ihm abgelehnt und missverstanden.
Der Song ist daher weniger eine Hommage als eine Abrechnung.

Der „European Son“ ist Lou Reed selbst – aber aus der Perspektive eines enttäuschten Schülers, der sich endgültig lossagt.

Die rätselhaften Bilder: Was bedeuten die „blauen Autos“?

Eines der mysteriösesten Bilder im Song sind die sogenannten „blue cars“. Was hat es damit auf sich?

Es gibt mehrere plausible Deutungen:

1. Polizeiautos – Symbol für Autorität

In den USA sind Polizeifahrzeuge traditionell blau oder blau‑weiß.


Wenn die „blauen Autos weg sind“, bedeutet das sinnbildlich:

  • Die Autorität ist verschwunden

  • Die Kontrolle bricht weg

  • Jetzt beginnt die Anarchie

Das passt perfekt zum Song: Genau nach dieser Zeile explodiert die Musik in ein minutenlanges, schwer anzuhörendes Noise‑Inferno.

2. Ordnung, Struktur, bürgerliche Welt

„Blue cars“ können auch für die geordnete, konservative Welt stehen, die Schwartz repräsentierte.
Wenn sie verschwinden, ist der Weg frei für Rebellion und künstlerische Befreiung.

3. Persönliche Anspielung auf Schwartz’ Ängste

Schwartz litt in seinen letzten Jahren unter paranoiden Vorstellungen.

Lou Reed könnte dieses Bild bewusst als ironischen, bitteren Kommentar eingesetzt haben.

Der Moment, in dem alles zerbricht

Kurz bevor das musikalische Chaos beginnt, hört man ein lautes Geräusch – oft als Klospülung missverstanden.


Tatsächlich soll Sterling Morrison ein Glas oder einen Teller zerschmettert haben, um den Übergang einzuleiten.

Dieses Geräusch ist kein Zufall.

Es ist der symbolische Bruch:

  • mit dem Mentor

  • mit der alten Welt

  • mit klassischen Songstrukturen

  • mit Erwartungen an Popmusik

Danach gibt es keine Worte mehr – nur noch Lärm, Feedback, Freiheit.

Ein Vorläufer des Noise Rock

Der lange, improvisierte Instrumentalteil gilt heute als einer der frühesten Vorboten von:

  • Noise Rock

  • Avantgarde‑Punk

  • experimenteller Gitarrenmusik

„European Son“ ist weniger ein Song als ein Statement: Ein junger Künstler sprengt die Fesseln seines Mentors und seiner Zeit.

Fazit: Ein chaotisches Meisterwerk voller Bedeutung

European Son“ ist ein Stück, das man nicht einfach hört – man erlebt es.

Es ist:

  • ein Abschiedsbrief

  • eine Abrechnung

  • ein Befreiungsschlag

  • und ein Meilenstein der experimentellen Musik

Lou Reed verabschiedet sich hier nicht nur von Delmore Schwartz, sondern auch von allem, was ihn bis dahin festgehalten hat.
Der „European Son“ geht seinen eigenen Weg – laut, kompromisslos und voller Widersprüche.

Mittwoch, 4. Februar 2026

Der „König von Augsburg“ – ein Original, wie es nur das echte Leben schreibt und was Wikipedia dazu sagt

Augsburg hat viele Sehenswürdigkeiten: die Fuggerei, den Perlachturm, die Puppenkiste. Doch wer die Stadt wirklich kennt, weiß: Die wahre Attraktion lief jahrelang mitten durch die Fußgängerzone — und zwar auf zwei Beinen.

Die Rede ist vom legendären „König von Augsburg“, einem Mann, der sich selbst mit einer Mischung aus Humor, Selbstbewusstsein und einer ordentlichen Portion Exzentrik zum Monarchen der Innenstadt erklärte. Keine Krone vom Juwelier, kein Thron aus Gold — aber dafür ein Auftritt, den man nicht so schnell vergisst.


Der "König von Augsburg" - Fiktives Bild mit Copilot generiert

Während andere Leute ihren Kaffee-to-go holen, zog der „König“ mit seinem ganz eigenen Hofstaat durch die Stadt: Passanten, die ihn kannten, nickten ihm zu, Touristen machten Fotos, und manche fragten sich, ob Augsburg vielleicht doch eine versteckte Monarchie pflegt, von der der Rest Deutschlands nichts weiß.

Der „König von Augsburg“ war und ist kein Adliger, kein Politiker, kein Influencer — er war ein städtisches Original, wie man es heute kaum noch findet. Man könnte ihn aber durchaus auch als so eine Art Performancekünstler verstehen. Einer, der mit seiner Kunst Farbe ins Stadtbild brachte. Einer, der Geschichten erzeugte, die man später lachend weitererzählt. Einer, der zeigt, dass Urbanität nicht nur aus Beton besteht, sondern aus Menschen, die sich trauen, anders zu sein.

Und genau solche Figuren sind es, die Städte liebenswert machen. Sie sind die kleinen Legenden des Alltags, die man nicht planen, nicht kopieren und nicht ersetzen kann.

Und jetzt das Kuriose: Selbst der Wikipedia‑Eintrag soll verschwinden

Ein Freund von mir, der Wikipedia‑Autor Josef2610, hat diesem Augsburger Original einen eigenen Artikel gewidmet. Ein Stück Stadtgeschichte, liebevoll dokumentiert.

Doch nun steht der Artikel auf der Löschliste.

Warum?

Weil der „König von Augsburg“ nach Wikipedia‑Regeln angeblich nicht „relevant genug“ sei.

Manchmal ist die Realität eben bunter als die Relevanzkriterien.

Montag, 2. Februar 2026

Die Zukunft von Wikipedia Deutschland in Zeiten der KI

 Ein Blick auf Herausforderungen, Konkurrenz und notwendige Veränderungen

Wikipedia war über zwei Jahrzehnte lang das zentrale Wissensprojekt des Internets. Für viele Generationen war sie die erste Anlaufstelle, wenn es um Fakten, Hintergründe oder schnelle Orientierung ging. Doch seit einigen Jahren verändert sich die digitale Wissenslandschaft rasant – und Wikipedia steht vor Herausforderungen, die so tiefgreifend sind wie nie zuvor.

Künstliche Intelligenz, verändertes Nutzerverhalten, eine alternde Autorenschaft und strukturelle Probleme im Projekt selbst werfen die Frage auf:

Wie sieht die Zukunft von Wikipedia aus?

KI‑Enzyklopädien wie Grokipedia: Die neuen Konkurrenten

Mit dem Aufstieg von KI‑Systemen hat sich das Informationsverhalten grundlegend verändert. Tools wie ChatGPT, Grok, Copilot, Gemini, Deepseek oder Grokipedia liefern Antworten:

  • sofort

  • in natürlicher Sprache

  • ohne dass Nutzer selbst recherchieren müssen

  • und oft personalisiert

Diese KI‑Enzyklopädien greifen auf riesige Datenmengen zurück – darunter auch Wikipedia selbst. Doch sie präsentieren das Wissen in einer Form, die viele Nutzer als angenehmer empfinden: kompakt, dialogisch, ohne Quellensuche. 

Grokipedia

Grokipedia ist dabei eine Online-Enzyklopädie noch im Anfangsstadium, die von Elon Musks Unternehmen xAI unter Nutzung des KI-Chatbots Grok aus online zugänglichen Vorlagen und Informationen erstellt wurde. Sie ist als Konkurrenz zur Wikipedia angelegt.

Für Wikipedia bedeutet all das:

Sie bleibt Quelle, verliert aber Sichtbarkeit. Viele Nutzer sehen die KI‑Antwort – nicht mehr den Wikipedia‑Artikel dahinter.

Rückläufige Zugriffszahlen seit ca. 2023

Seit etwa 2023 zeigen die Pageviews der deutschsprachigen Wikipedia einen klaren Abwärtstrend. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • KI‑Tools übernehmen die Erstinformation: Viele Nutzer stellen ihre Fragen direkt an ChatGPT & Co.

  • Google zeigt mehr „Direct Answers“: Suchmaschinen liefern Antworten, ohne dass man Wikipedia anklicken muss.

  • Verändertes Nutzerverhalten: Besonders jüngere Menschen konsumieren Wissen lieber in Video‑ oder Kurzformaten.

  • Mobile Nutzung verändert sich: Kürzere Sessions, weniger klassische Recherche.

Selbst große, stabile Artikel wie Deutschland verzeichnen seit 2023 deutliche Rückgänge. Das ist ein struktureller Trend, kein kurzfristiges Phänomen.

Überalterung der Autoren und Nachwuchsmangel

Ein weiteres strukturelles Problem ist die demografische Entwicklung der Community. Studien und Beobachtungen zeigen:

  • Die aktive Autorenschaft wird immer älter.

  • Viele sind seit 10–20 Jahren dabei.

  • Junge Menschen stoßen zwar gelegentlich dazu, bleiben aber selten dauerhaft aktiv.

Die Gründe:

  • hohe Einstiegshürden

  • komplexe Regeln

  • strenge Diskussionskultur

  • wenig Anerkennung

  • Konkurrenz durch andere Plattformen

Das Ergebnis ist eine Überalterung, die langfristig zu einem Qualitätsproblem werden kann.

Warum Jugendliche andere Plattformen bevorzugen

Jugendliche wachsen heute in einer Medienwelt auf, die völlig anders funktioniert als die der frühen 2000er. Sie bevorzugen:

  • visuelle Inhalte

  • kurze Formate

  • Unterhaltung und Persönlichkeit

  • Algorithmen, die Inhalte automatisch anpassen

  • sofortige Antworten statt langer Texte

Wikipedia dagegen wirkt aus ihrer Sicht:

  • textlastig

  • trocken

  • unpersönlich

  • und teilweise „altmodisch“

Welche Plattformen Jugendliche bevorzugen

Die wichtigsten Wissensquellen der jungen Generation sind heute:

YouTube

Erklärvideos, Tutorials, Infotainment – visuell, unterhaltsam, niedrigschwellig.

TikTok

Kurzvideos, Trends, schnelle Wissenshäppchen.

Instagram

Infografiken, Slideshows, kurze Fakten.

KI‑Tools wie ChatGPT

Direkte Antworten, einfache Sprache, personalisierte Erklärungen.

Wikipedia bleibt wichtig – aber nicht mehr die erste Anlaufstelle.

Junge Themen werden schlechter abgedeckt

Bereiche wie:

  • Popkultur

  • Gaming

  • Internetkultur

  • Influencer

  • Memes

  • neue Technologien

werden oft schlechter gepflegt oder gar nicht erst angelegt.

Das liegt nicht daran, dass ältere Autoren diese Themen ignorieren – sondern daran, dass sie naturgemäß andere Interessenschwerpunkte haben. Gleichzeitig fehlen junge Autoren, die diese Lücken schließen könnten.

Löschaktionen: Warum auch ältere Autoren Wikipedia verlassen

Ein oft unterschätzter Faktor ist die interne Kultur.

Viele langjährige Autoren berichten:

  • zunehmende Bürokratisierung

  • harsche Löschdiskussionen

  • wenig Wertschätzung

  • Konflikte mit neuen Regelinterpretationen

  • und ein Gefühl, dass konstruktive Arbeit erschwert wird

Gerade die Löschpraxis sorgt immer wieder für Frust.

Wenn mühsam erstellte Artikel gelöscht werden, weil sie nicht in ein enges Relevanzschema passen, wenden sich manche enttäuscht ab – auch erfahrene Autoren.

Über 100.000 tote Links: Ein strukturelles Problem

Wikipedia ist riesig – und das bedeutet auch: Viele Artikel sind veraltet.

Allein in der deutschsprachigen Wikipedia gibt es:

  • über 100.000 tote externe Links

  • unzählige Artikel mit veralteten Quellen

  • viele Einträge, die seit Jahren nicht überarbeitet wurden

Das ist kein Vorwurf an die Community – sondern ein Hinweis darauf, wie groß die Aufgabe geworden ist.
Ohne mehr aktive Autoren bzw. bei sogar rückläufiger Autorenanzahl wird es schwer, die Qualität langfristig zu halten.

Fazit: Wikipedia bleibt wichtig – aber sie muss sich verändern

Wikipedia ist und bleibt ein einzigartiges Projekt.

Es ist:

  • transparent

  • quellennah

  • gemeinschaftlich

  • und frei zugänglich

Doch die Welt hat sich verändert – und Wikipedia muss darauf reagieren.

Die größten Herausforderungen sind:

  • Konkurrenz durch KI‑Systeme

  • rückläufige Zugriffszahlen

  • eine alternde Autorenschaft

  • fehlender Nachwuchs

  • veränderte Mediennutzung

  • interne Konflikte

  • und ein wachsender Berg an Wartungsaufgaben

Die Zukunft von Wikipedia hängt davon ab, ob es gelingt:

  • neue Autoren zu gewinnen

  • die Plattform moderner zu gestalten

  • die Community‑Kultur zu stärken

  • und mit KI nicht zu konkurrieren, sondern sie sinnvoll zu integrieren

Wikipedia hat das Potenzial, auch im KI‑Zeitalter eine zentrale Rolle zu spielen – aber nur, wenn sie sich weiterentwickelt.

Mein Film dazu

Samstag, 24. Januar 2026

Zinn: Warum das unscheinbare Metall plötzlich im Rampenlicht steht

Zinn gehört zu den Metallen, über die man im Alltag kaum spricht – und doch ist es einer der wichtigsten Rohstoffe der modernen Industrie. In den vergangenen Wochen ist der Zinnpreis deutlich gestiegen, und viele fragen sich: Was steckt dahinter?

Ein Blick auf die Einsatzgebiete und die aktuelle Marktlage zeigt, warum Zinn gerade so stark an Bedeutung gewinnt.

Wofür wird Zinn in der Industrie gebraucht?

Zinn ist ein echtes Multitalent und in vielen Bereichen unverzichtbar:


1. Elektronik & Löttechnik – der größte Einsatzbereich

Der wichtigste Verwendungszweck von Zinn ist das Löten elektronischer Bauteile. Ohne Zinn gäbe es keine modernen Geräte wie:

  • Smartphones

  • Computer

  • Solaranlagen

  • Automobilelektronik

  • Server und Rechenzentren

Zinn sorgt dafür, dass Leiterplatten zuverlässig funktionieren – und genau hier wächst die Nachfrage rasant.

2. Beschichtungen und Korrosionsschutz

Zinn schützt andere Metalle vor Rost. Besonders wichtig ist das in:

  • der Verpackungsindustrie (z. B. Konservendosen)

  • der Lebensmittelindustrie

  • technischen Anlagen

3. Legierungen

Zinn ist Bestandteil vieler Legierungen, darunter:

  • Bronze (Kupfer + Zinn)

  • Zinn-Zink-Legierungen

  • moderne Lötlegierungen

4. Chemische Industrie

Zinnverbindungen werden als Stabilisatoren in Kunststoffen, als Katalysatoren und in Spezialbeschichtungen eingesetzt.

Kurz gesagt: Zinn ist ein Schlüsselmetall der Elektronik- und Energiewende.

Warum steigen die Zinnpreise aktuell so stark?

In den letzten Wochen hat Zinn einen deutlichen Preissprung erlebt. Die Gründe dafür sind vielfältig:

1. Angebotsengpässe

Wichtige Förderländer wie Indonesien und Myanmar haben Exportbeschränkungen, Produktionspausen oder strengere Kontrollen eingeführt. Das Angebot ist knapp – und knappe Rohstoffe werden teuer.

2. Boom bei Elektronik, KI und Rechenzentren

Die Nachfrage nach Halbleitern, Servern und KI‑Hardware explodiert. Mehr Elektronik = mehr Lötzinn.

3. Spekulative Käufe

An den asiatischen Börsen wurden zuletzt extrem hohe Handelsvolumina gemeldet. Wenn Spekulanten auf steigende Preise setzen, verstärkt das die Bewegung.

4. Strukturelle Unterversorgung

Schon seit Jahren produziert die Welt weniger Zinn, als verbraucht wird. Kleine Störungen im Angebot reichen aus, um große Preissprünge auszulösen.

Vergleich Silber vs. Zinn

Es gibt weltweit etwa 6–7 Mal mehr Zinn als Silber. Silber ist jedoch stärker gefragt als Zinn. Dennoch ist der aktuelle Silberpreis gegenüber Zinn sehr hoch, soll heißen Zinn hat preislich einen Nachholbedarf.

Wie könnten sich die Zinnpreise in Zukunft entwickeln?

Viele Analysten sehen Zinn langfristig in einem Aufwärtstrend. Die Gründe:

  • Die Elektronikindustrie wächst weiter

  • Die Energiewende braucht mehr Zinn (Solar, Speicher, E‑Mobilität)

  • Das Angebot bleibt begrenzt

  • Neue Minen sind teuer und brauchen Jahre bis zur Produktion

1 kg Zinn wurde gestern am 23.01.2026 bereits bei fast 46 € pro Kilogramm gehandelt, nachdem es vor etwas einem Monat noch bei 36 € pro Kilogramm lag. Experten halten weiter steigende Preise in den kommenden Monaten und Jahren für realistisch, wenn die Nachfrage weiter steigt und das Angebot knapp bleibt.

Fazit

Zinn ist kein „exotisches“ Metall, sondern ein zentraler Baustein unserer technologischen Zukunft.
Die aktuellen Preissteigerungen sind kein Zufall, sondern das Ergebnis eines strukturell angespannten Marktes, wachsender Nachfrage und geopolitischer Risiken.

Für Industrie, Anleger und Rohstoffinteressierte lohnt es sich, Zinn künftig genauer im Blick zu behalten.

Dienstag, 16. Dezember 2025

🌟 Mein Jahr auf YouTube 2025 – DANKE an euch! 🌟

Wow, was für ein unglaubliches Jahr! 🎉 Mein #MyYearOnYouTube2025 ist da, und es ist einfach fantastisch zu sehen, was wir gemeinsam erlebt haben. 

Ein riesiges DANKESCHÖN an meine wundervolle Community!

🎥 Die Video-Highlights 2025:

💬 Die Community lebt!

Eure Aktivität ist überwältigend! Ich habe in diesem Jahr:

  • Auf 602 Kommentare geantwortet.

  • 1.099 Kommentare mit einem Herzchen markiert. ❤️

  • 316 Communitybeiträge erstellt, um mit euch in Kontakt zu bleiben.

🌍 So sieht unsere Community aus:

Ihr habt mir eine wunderbare Community aufgebaut. Es ist toll zu sehen, wie wir wachsen!

  • Eure Heimat Die meisten Fans kommen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

  • Die aktivsten Altersgruppen Ein großes "Hallo" an unsere Top-Zuschauer: 55–64, 65+ und 45–54! 👋

  • Aktivste Tage der Woche Am meisten los ist bei uns am Sonntag, Donnerstag und Montag.

Ich freue mich schon auf ein spannendes neues Jahr mit euch, vielen neuen Videos und tollen Gesprächen!

Euer marathomy

#MyYearOnYouTube2025 Hier der Link zum Kanal

Freitag, 12. Dezember 2025

Was Leben für mich bedeutet

 🌟 Leben heißt …

Leben heißt, jeden Tag neu zu beginnen. Mit kleinen Schritten, großen Träumen und der Zuversicht, dass immer etwas Gutes auf uns wartet.

Leben heißt wachsen – an Erfahrungen, an Begegnungen, an Herausforderungen. Manchmal langsam, manchmal mit einem Sprung, aber immer weiter.

Leben heißt staunen – über die Schönheit der Natur, über Menschen, die uns berühren, und über Momente, die uns unerwartet glücklich machen.

Leben heißt teilen – Freude, Wissen, Zeit, ein Lächeln, ein gutes Wort. Alles, was wir geben, kommt auf irgendeine Weise zu uns zurück.

Leben heißt lernen – aus Erfolgen, aus Fehlern, aus allem, was uns begegnet. Jeder Tag bringt eine neue Erkenntnis, wenn wir offen dafür sind.

Leben heißt genießen – den Duft des Kaffees oder Tees am Morgen, die Stille eines Spaziergangs, das Gefühl von Verbundenheit.

Leben heißt lieben – Menschen, die uns wichtig sind, das, was wir tun, und das Leben selbst.