Augsburg hat viele Sehenswürdigkeiten: die Fuggerei, den Perlachturm, die Puppenkiste. Doch wer die Stadt wirklich kennt, weiß: Die wahre Attraktion lief jahrelang mitten durch die Fußgängerzone — und zwar auf zwei Beinen.
Die Rede ist vom legendären „König von Augsburg“, einem Mann, der sich selbst mit einer Mischung aus Humor, Selbstbewusstsein und einer ordentlichen Portion Exzentrik zum Monarchen der Innenstadt erklärte. Keine Krone vom Juwelier, kein Thron aus Gold — aber dafür ein Auftritt, den man nicht so schnell vergisst.
Während andere Leute ihren Kaffee-to-go holen, zog der „König“ mit seinem ganz eigenen Hofstaat durch die Stadt: Passanten, die ihn kannten, nickten ihm zu, Touristen machten Fotos, und manche fragten sich, ob Augsburg vielleicht doch eine versteckte Monarchie pflegt, von der der Rest Deutschlands nichts weiß.
Der „König von Augsburg“ war und ist kein Adliger, kein Politiker, kein Influencer — er war ein städtisches Original, wie man es heute kaum noch findet. Man könnte ihn aber durchaus auch als so eine Art Performancekünstler verstehen. Einer, der mit seiner Kunst Farbe ins Stadtbild brachte. Einer, der Geschichten erzeugte, die man später lachend weitererzählt. Einer, der zeigt, dass Urbanität nicht nur aus Beton besteht, sondern aus Menschen, die sich trauen, anders zu sein.
Und genau solche Figuren sind es, die Städte liebenswert machen. Sie sind die kleinen Legenden des Alltags, die man nicht planen, nicht kopieren und nicht ersetzen kann.
Und jetzt das Kuriose: Selbst der Wikipedia‑Eintrag soll verschwinden
Ein Freund von mir, der Wikipedia‑Autor Josef2610, hat diesem Augsburger Original einen eigenen Artikel gewidmet. Ein Stück Stadtgeschichte, liebevoll dokumentiert.
Doch nun steht der Artikel auf der Löschliste.
Warum?
Weil der „König von Augsburg“ nach Wikipedia‑Regeln angeblich nicht „relevant genug“ sei.
Manchmal ist die Realität eben bunter als die Relevanzkriterien.

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